Nachwort

Im Universum gibt es Konzentrationsprozesse, die nach physikalischen
Gesetzmäßigkeiten ablaufen und zur Bildung von Sonnen, Planeten und
Monden führen. In der Gesellschaft führen diese Konzentrationsprozesse
zu einer Konzentration von politischer, wirtschaftlicher oder religiöser
Macht, also der Pyramidengesellschaft. Das menschliche Verhalten
ist davon geprägt, eine stabile Gruppe zu bilden, um in der urzeitlichen
Umgebung zu überleben. Der einzelne Mensch versucht für sich und
seine enge genetische Verwandtschaft, möglichst viele Ressourcen zu
bekommen, da viele Ressourcen einen evolutionären Vorteil gegenüber
den anderen versprechen.

 

Die ursprünglichste Form des menschlichen Zusammenlebens ist die
Gruppe. Aus der urzeitlichen Gruppe bildeten sich gemeinschaftlich
wirtschaftende Stämme. Wurden die jedoch zu groß entstand immer
die Pyramidengesellschaft mit all den Problemen wie Ungleichheit,

Umweltzerstörung und Krieg.

 

Die Wachstumsprozesse innerhalb der Gesellschaft führen zu immer
effizienteren Strukturen und zu einem stetigen Mehrverbrauch von
natürlichen Ressourcen wie z.B. Land und Wasser, aber auch zur

Verschmutzung des Lebensraumes und zu Krisen und Kriegen. Je stärker
eine Gesellschaft gewachsen ist, das heißt je strukturierter sie ist und je
stärker sie ihren begrenzten Lebensraum beansprucht, desto anfälliger
wird sie gegenüber äußeren und inneren Störungen z.B. das Ausbleiben
von Regen. Kommt es nun zu einer Verknappung von Ressourcen
beginnen Verteilungskämpfe innerhalb der Gesellschaft und mit den

Nachbarn, die dann die alte gesellschaftliche Struktur zerstören können.
Die Entwicklung erfolgt also in Zyklen von Zusammenbruch und
Neuordnung. Mit zunehmender technologischer Entwicklung steigt die
Gefahr stetig an, dass nach einem erfolgten Zusammenbruch eine 

Neuordnung nicht mehr möglich ist, da der Lebensraum zerstört ist

und keine gesunden Nahrungsmittel mehr produziert werden können.

 

Die meisten Menschen passen sich den jeweiligen gesellschaftlichen
Bedingungen an und reagieren mit ideologischer Abgrenzung und

Verdrängung von unbequemen Tatsachen. Sie dogmatisieren das eigene
Weltbild, das heißt, sie weisen den Informationen, die in die eigene
Vorstellungswelt hineinpassen und mit denen sie sich angenehm fühlen
eine höhere Bedeutung zu. Diese selektive Wahrnehmung führt zu
verzerrten Bildern der realen Welt und zu Fehleinschätzungen.

 

Für eine dauerhaft stabile Gesellschaft scheint es also notwendig, die
Zerstörung und Verschmutzung des begrenzten Lebensraumes zu beenden
und Konzentrationsprozesse und ständiges quantitatives Wachstum
zu verhindern. Das kapitalistische System ist das am schnellsten
wachsende System. Jedes andere System wird weniger leistungsfähig
sein. Das stärkere System wird immer das schwächere System dominieren.
Ein gemeinschaftlich organisiertes System wird dem stärkeren
kapitalistischen System immer unterlegen sein.

 

Ein möglicher Lösungsvorschlag wäre die hier vorgeschlagene Polis-
Allmende, die ein geschützter Raum sein könnte, in der sich eine neue
nachhaltige Lebensweise entwickeln kann. Ob die Menschen tatsächlich
bereit sind, die heute übliche Lebensweise zu überdenken und auf
globaler Ebene zu ändern oder ob andere Formen des Zusammenlebens
entwickelt werden, die die Stabilitätsbedingungen erfüllen, wird
die Zukunft zeigen.

 

Vielleicht kann ich mit diesem Buch einen kleinen Beitrag leisten,
zum Nachdenken und Diskutieren anzuregen und um funktionierende
Lösungen zu finden. Dann war die Arbeit am Buch nicht umsonst.