Vorwort

Am Anfang war der Urknall, durch den aus heutiger Sicht Raum, Zeit,
die Materie und die Naturgesetze entstanden sind. Danach hat ein

Entwicklungsprozess eingesetzt, in dem auch wir uns und unsere

Gesellschaft entwickelt haben.

 

Wir bestehen alle aus Materie, die sich nach den zur Zeit des Urknalls
entstandenen Naturgesetzen geordnet hat und weiter ordnet. Wir
brauchen Materie zum Leben und Überleben, Materie (Ressourcen), die
wir uns wie jedes andere Lebewesen besorgen müssen (Abschnitt 7.1).
Die wichtigste menschliche Tätigkeit ist darauf ausgerichtet, sich diese
Ressourcen zu besorgen (also Luft,Wasser, Nahrung, Kleidung,Wärme
usw.). Mehr Ressourcen bedeuten dabei einen evolutionären Vorteil. In
einer Gesellschaft geht es also im Wesentlichen darum, wie Ressourcen
erwirtschaftet und verteilt werden, wer die Ressourcen besitzt und wer
Zugriff auf welche Ressourcen hat, wonach sich Gesellschaftssysteme
unterscheiden. In Kapitel 5 werden Kapitalismus, Sozialismus,

Kommunismus, Plan B der Wissensmanufaktur, Anarchismus,

Allmende, griechische Polis und die NWO betrachtet.

 

Die ursprünglichste und ressourcenschonendste Form des menschlichen
Zusammenlebens ist die kooperative urzeitliche Gruppe oder der
Stamm (Abschnitt 3.1). Mit dem Beginn der Feldwirtschaft (Ackerbau)
entstand Privateigentum, da das Feld bis zur Ernte bewacht werden
musste. Überschüsse bei der Ernte konnten nun gelagert, getauscht
und gehortet werden. Im Universum gibt es gesetzmäßig ablaufende
Konzentrationsprozesse (Abschnitt 1.6), die im Universum zur Bildung
von Galaxien, Sonnen, Planeten und Monden führen und in der Gesellschaft
zur Konzentration von politischer, religiöser oder wirtschaftlicher
Macht führt. Eine stärkere Qualität ist LOKAL DOMINANT gegenüber
einer schwächeren und kann nur dadurch noch größer werden, in
dem sie die schwächere VEREINNAHMT (Abbildung 1.1).

 

Durch normale Arbeit ist nur ein lineares Besitzwachstum möglich.
Wird der Ertrag aus Besitz immer wieder angelegt und damit
neuer Besitz angeschafft, erhält man ein exponentielles Besitzwachstum
(Abschnitt 4.5). Die Erträge aus dem Besitz kommen nicht aus
dem Nichts, sondern werden von den Besitzlosen erarbeitet. Dabei ist
exponentielles Besitzwachstum immer stärker als lineares Besitzwachstum.
Reiche Familienclans halten ihren Besitz zusammen und setzen
auf langfristiges exponentielles Wachstum, wodurch sich deren Besitz
immer schneller vergrößert.

 

Menschen und Menschengruppen kämpfen sich in der Gesellschaftshierarchie
nach „oben“, woraus immer eine Gesellschaftsstruktur entsteht,
die die Form einer Pyramide hat: die PYRAMIDENGESELLSCHAFT
(Abschnitt 3.3). Wird Besitz und Macht über Generationen
vererbt, kommt es zur Schichtenbildung. Aus dieser Schichtenbildung
und der Besitz- und Machtkonzentration durch das stärkere exponentielle
Wachstum gegenüber dem linearen Wachstum entstehen Spannungen
in der Gesellschaft. Die so entstandene Pyramidengesellschaft ist
nicht stabil, da sie soziale Ungleichheit, Umweltverschmutzung, übermäßigen
Ressourcenverbrauch, Krisen und Kriege erzeugt.

 

Gesellschaftsentstehung und die Rolle des Geldes im heutigen kapitalistischen
System wird im Kapitel 4 betrachtet. Der wichtigste Konzentrationsprozess
in der heutigen Gesellschaft erfolgt über das Schuldgeldsystem
und wird durch den Zinseszins hervorgerufen (Abschnitte 4.5 - 4.8).

Geld wird aus dem Nichts geschöpft, gelangt in den

Wirtschaftskreislauf, verlässt ihn wieder und sammelt sich dann bei den
Nettozinsempfängern KONJUNKTUR UNWIRKSAM an. Die Besitzer
großer Vermögen nutzen ihre wirtschaftliche Macht, um die Gesellschaft
nach ihren Vorstellungen zu gestalten, das heißt um noch mehr Besitz
anzuhäufen. Die gesetzmäßig ablaufenden Konzentrationsprozesse der
privaten Vermögenswerte und die mit diesen Vermögenswerten erkaufte
politische Macht führt zum Marktversagen in den dann nicht mehr
freien Märkten.

 

Zu verstehen, wie Menschen grundlegende Entscheidungen treffen,
ist elementar wichtig, wenn man Gesellschaftsbildung verstehen möchte
und wird in Kapitel 2 beschrieben. Wir bestehen aus Materie und
wir wechselwirken mit der Materie die uns umgibt. Unsere Sinnesorgane
sind Messgeräte, die physikalische Signale messen. Daraus entsteht
unser Bild von der Welt. Menschen neigen dazu, das persönliche Weltbild
höher zu wichten, als neue von außen kommende Sinneseindrücke.
Diese Dogmatisierung des persönlichen Weltbildes führt zur Selektion
von Informationen, zur ideologischen Abgrenzung gegenüber anderen
Meinungen, zur Relativität der Betrachtung und zu Schuldzuweisungen.
Für eine möglichst objektive Erkenntnis ist die Akzeptanz aller
Naturgesetze uneingeschränkt und absolut, unbedingte Voraussetzung
(Abschnitt 2.8).

 

Gesellschaftliche Entwicklung erfolgt in Zyklen. Jeder Zyklus endet
meistens mit Krieg und Zerstörung. Da die technologische Entwicklung
zu immer zerstörerischen Technologien führt, ist anzunehmen,
dass die zivilisatorische Entwicklung von intelligenten Wesen bei
einem bestimmten technologischen Entwicklungsstand abbricht, wenn
der Lebensraum technologiebedingt so stark geschädigt wird, dass in
der Folge KEINE GESUNDEN NAHRUNGSMITTEL mehr produziert
werden können (Kapitel 6). Diese Annahme können wir machen, da das
Leben die Tendenz hat, sich überall hin auszubreiten, aber bisher keine
Vertreter einer außerirdischen Zivilisation zu uns gekommen sind und
keine Außerirdischen unseren Lebensraum Erde in den vergangenen
300 Millionen Jahren besiedelt haben.

 

Wenn die Überlebenswahrscheinlichkeit von Zivilisationen intelligenter
Wesen möglicherweise sehr gering ist, stellt sich die Frage, wie
man Gesellschaft organisieren müsste, damit sie das Potential hat, dauerhaft
stabil zu funktionieren. Dazu werden im Kapitel 7 ZIVILISATORISCHE
STABILITÄTSBEDINGUNGEN formuliert und daraus eine
theoretische Gesellschaft intelligenter Wesen und eine stabile Gesellschaft
der Spezies Mensch entwickelt. Es geht hierbei nicht um die Akzeptanz

bei den heutigen Menschen, die Bedienung von irgendwelchen subjektiven

Vorstellungen oder um die reale Umsetzbarkeit im heutigen System.

 

Im letzten Kapitel 8 wird eine zusammenfassende Betrachtung gemacht
und versucht, einen unter den heutigen Bedingungen realen Weg
zu erarbeiten, wie man sich in eine stabile Gesellschaft evolutionär, also
ohne Krieg und Zerstörung, entwickeln könnte. Ob eine Gesellschaft
überlebt, hängt wesentlich davon ab, wie sie mit ihren Ressourcen umgeht
(Abschnitt 7.1). Privatwirtschaftliche Ressourcenbewirtschaftung
erzeugt starke Über- und Unternutzung von Ressourcen, staatswirtschaftliche
Ressourcenbewirtschaftung erzeugt lange Hierarchieketten,
die Fehlentscheidungen und eine Demotivation derer bewirkt, die die
Weisungen von „oben“ ausführen müssen. Die dritte Form der Bewirtschaftung
von Ressourcen ist die ALLMENDE, die nachweislich
in allen Kulturen und Systemen funktioniert (Abschnitt 5.8). Die Gesellschaft
die daraus als dauerhaft stabile Gesellschaft entwickelt wird,
wird als POLIS-ALLMENDE GESELLSCHAFT oder PARLAMEN-
TARISCHER KOMMUNISTISCHER (KOLLEKTIVER) ANARCHISMUS
bezeichnet (Abschnitt 8.3). Diese Gesellschaft würde alle wichtigen
Menschheitsprobleme lösen, also Umweltzerstörung, übermäßigen
Ressourcenverbrauch, soziale Unterschiede, Krisen, Kriege und ist
sofort ohne Krieg und Änderung der bestehenden Machtverhältnisse
evolutionär einführbar.

 

In diesem Buch wird Entwicklung vom Urknall, durch den aus heutiger
Sicht die Naturgesetze, die Materie, Raum und Zeit entstanden
sind, über die Bildung von Galaxien, Sonnen, Planeten, Monden,

Lebensformen, zu intelligenten Lebensformen und deren Gesellschaften
beschrieben. Viele Gesellschaftstheorien setzen nicht am Ursprung ein,
dem Urknall, sondern erheblich später. Sie bekommen damit häufig eine
idealistische oder auch religiöse Komponente, die das Gesamtbild zum
Teil stark verfälscht. Nur eine logische Kausalkette beginnend beim
Urknall kann diese Verfälschung minimieren. Es wurde versucht, immer
nur das Wesentliche in den großen logischen Zusammenhang zu
bringen.

 

Wenn man versucht zu beschreiben, wie Menschen und Gesellschaften
funktionieren, berührt man sehr schnell die innersten Auffassungen
von Menschen bzw. bestehende Machtverhältnisse. Die Weltbilder von
Menschen sind in bestimmten historischen Umfeldern entstanden. Andere
Auffassungen, die den eigenen Weltbildern widersprechen, werden
oft abgelehnt, kritisiert oder sogar als vermeintlich falsch bekämpft.
Dasselbe gilt noch viel mehr, wenn durch neue Erkenntnisse im gesellschaftlichen
Bereich, bestehende Machtverhältnisse in Frage gestellt
werden. Das Buch versucht zwar eine rein materialistische Betrachtung
von Entwicklung, lässt aber trotzdem die Frage der Existenz eines „Urschöpfers“
des Universums, eines alles schaffenden Gottes offen, da es
nur den von uns überschaubaren Teil des Universums betrachtet.