Die Pyramidengesellschaft (Kapitel 3)

Menschen entscheiden meistens zum eigenen Vorteil und nach ihren persönlichen Erfahrungen
und Weltbildern. Menschen bestehen aus Materie und brauchen Materie zum Leben
und Überleben, also Wasser, Nahrung, Kleidung, Land, Geld, Häuser, Gesundheit usw.

 

Menschen müssen sich diese Ressourcen besorgen.

 

Menschen besorgen sich diese Ressourcen durch Arbeit. Manche Menschen sind erfolgreicher
darin, sich Besitz anzuschaffen. Haben die Erfolgreicheren dann so viel, dass sie von
einem Teil des Ertrages aus ihrem Besitz nicht leben müssen, können sie mit dem nicht
selbst genutzten Ertrag wieder neuen Besitz anschaffen. Dabei erreichen sie eine exponentielle
Besitzvermehrung.

 

Da man durch normale Arbeit nur einen linearen Besitzzuwachs erreicht, durch den wieder
angelegten Ertrag auf Besitz jedoch eine stärkere exponentielle Besitzvermehrung, konzentriert
sich Besitz bei immer weniger Menschen (Abschnitt 4.5.). Wer mehr Besitz hat, hat in der

Gesellschaft mehr Möglichkeiten seine persönlichen Interessen durchzusetzen und die

Regeln des gesellschaftlichen Lebens zu bestimmen.

 

Da exponentielles Wachstum stärker als lineares Wachstum ist, sich Besitz und Macht immer
schneller konzentrieren, entsteht eine Gesellschaftsstruktur, die die Form einer Pyramide
hat, die Pyramidengesellschaft. Es entstehen Eliten, eine Oberschicht, eine Mittelschicht
und eine Unterschicht.

 

In der Pyramidengesellschaft entsteht Ungleichheit. Ungleichheit erzeugt Spannungen, ständiges
Wachstum verschmutzt die Umwelt, verbrauch die begrenzten Ressourcen und produziert
Ressourcenkriege, da die Ressourcen ja irgendwo herkommen müssen. Die Folgen
sind systemische Instabilität und eine Zerstörung des Lebensraumes, bis eine Zivilisation
keine gesunden Nahrungsmitte mehr produzieren kann.

 

Die Pyramidengesellschaft entsteht, wenn Menschen die Möglichkeit haben, in gehobenere,
elitäre gesellschaftliche Stellungen zu kommen. Da Menschen meistens für sich selbst
vorteilhafte und eigennützige Entscheidungen treffen oder auch aus Konkurrenzgründen
treffen müssen, häufen sie Besitz an, den sie den Anderen wegnehmen müssen. In einer
Pyramidengesellschaft kommt es somit zu einem ständigen Besitztransfair von der Masse
zu der immer kleiner aber reicher werdenden Elite bis zu einem Punkt, wo die Masse der
Menschen den Ertrag nicht mehr liefern kann. Dann müssen die Eliten immer mehr

Ressourcen in Macht sichernde Maßnahmen investieren, was immer mehr Unfreiheit für die
Masse und eine Abnahme der Effizienz des Gesamtsystems zur Folge hat. Irgendwann wird
dann die Unzufriedenheit der Masse so groß sein, dass es einen Umsturz der bestehenden
Verhältnisse gibt.

 

Nun kämpfen Menschen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln um die Macht in der
Gesellschaft. Irgendwann wird die Technologie aber so effizient sein, dass beim Kampf um
die Macht der globale Lebensraum so stark geschädigt wird, dass die Überlebenden keine
gesunden Nahrungsmittel mehr produzieren können.

 

Dann endet die Existenz einer intelligenten Spezies in ihrem begrenzten planetaren

Lebensraum.