Erkenntnistheorie (Kapitel 2)

Der Mensch besteht also aus Materie und wechselwirkt mit der Materie, die ihn umgibt.
Die Sinnesorgane (Nase, Zunge, Auge, Ohr, Haut) sind Messgeräte, die Signale messen. Aus
der Summe dieser Messgrößen entsteht unser Bild von der äußeren Welt (das Bewusstsein,
die Seele, der Geist). Kommt ein neuer Sinneseindruck, wird der mit dem vorhandenen
Bild verglichen, bewertet und gewichtet. Dabei bekommt der neue Sinneseindruck meistens
eine geringere Wichtung. Aus der geringeren Wichtung neuer Sinneseindrücke entsteht die
Dominanz und die Dogmatisierung persönlicher Ansichten und Weltbilder.

 

Aus materialistischer Sicht haben wir auch hier wieder klare logische Aussagen: Der Mensch
besteht aus Materie, wechselwirkt mit seiner Umgebung und das Geistige entsteht durch
Messprozesse.

 

Genau an dieser Stelle entstehen die grundlegendsten Probleme: die Höherwichtung persönlicher
Ansichten und Weltbilder führt zu einem Ausschluss oder der Nichtakzeptanz von
Erkenntnissen (also Informationen aus objektiven Messprozessen) aus ideologischen oder
religiösen Gründen, was dann möglicherweise zu Fehleinschätzungen und zu Fehlentscheidungen
führen kann.

 

Die Meinungen und Weltbilder von Menschen entstehen also in bestimmten Umfeldern bzw.
werden Menschen in Systemen anerzogen, damit Menschen in Systemen systemkonform
funktionieren sollen und bestehende Machtstrukturen nicht hinterfragen.

 

Menschen handeln nach ihrem Wissen und Erfahrungen und meistens zum eigenen Vorteil.
Handeln sie nicht zum persönlichen Vorteil, geraten sie ins evolutionäre Abseits, das heißt
andere Menschen werden stärker und dominieren dann die schwächeren Menschen.

 

Aus der Dogmatisierung persönlicher Ansichten und Weltbilder entstehen typische Verhaltensweisen:
die Selektion von Information - selektive Wahrnehmung, das Schöndenken
des eigenen Weltbildes, die ideologische Abgrenzung gegenüber anderen Meinungen und
Weltbildern, die Relativität der Betrachtungsweise - den eigenen Standpunkt verteidigen
und Schuldzuweisungen gegenüber anderen Menschen - Schuld sind meistens die Anderen.