Ressourcennutzung (Abschnitt 7.1.)

Menschen bestehen aus Materie und brauchen Materie zum Leben und Überleben, also
Wasser, Luft, Nahrung, Kleidung, Land, Geld, Gesundheit, Partner usw. Die Ressourcen,
die Menschen zum leben brauchen, müssen sie sich besorgen. Menschen, die mehr Ressourcen
haben, haben dabei einen evolutionären Vorteil.

 

Stellen wir uns nun eine Quelle vor. Die Quelle gibt gutes Trinkwasser.

 

Die Quelle ist Gemeingut. Jeder kann sich so viel Wasser nehmen, wie er verbrauchen kann.
Es gibt keine Regeln für die Nutzung der Quelle. Gibt die Quelle genug Wasser, ist dass
kein Problem. Doch was ist, wenn die Quelle den Bedarf nicht decken kann oder wenn sich
einige viel mehr nehmen, als sie eigentlich brauchen? Dann kann es zu einer Übernutzung
der Ressource Wasser kommen, bis die Quelle versiegt und niemand mehr Wasser nutzen
kann.

 

Nun gibt es eine staatliche Behörde, die die Regeln festsetzt, wie die Quelle zu nutzen ist.
Die Quelle ist jetzt Staatsgut. Es gibt nun Beamte, Justiz und Polizei, die die Einhaltung
der vom Staat festgelegten Regeln überwachen. Ob die so staatlich festgesetzten Regeln
immer im Sinne der Allgemeinheit sind, ist fraglich, da die Entscheider bei den staatlichen
Behörden meistens die Bedingungen im Sinne der in der Gesellschaft stärksten

Interessengruppen festlegen. Um die staatliche Überwachung zu bezahlen, wird den

Nutzern der Ressource Quelle ein Teil als Steuer abgenommen, was Mehrarbeit und

Mehraufwand für die Nutzer bedeutet.

 

Jetzt gibt es jemand, der die Quelle zu seinem Eigentum erklärt. Die Quelle ist nun Privatgut.
Der Besitzer bestimmt, wer die Quelle nutzen darf. Wenn jemand Wasser haben
möchte, muss er dem Besitzer etwas zum Tausch anbieten, z.B. Geld. Wer kein Geld hat,
bekommt kein Wasser und muss verdursten. Der Besitzer der Quelle bekommt von den
anderen Ressourcen nur auf Grund von privatwirtschaftlichen Besitzverhältnissen. Diese
Ressourcen müssen von den anderen zusätzlich zum eigenen Bedarf erwirtschaftet werden

und häufen sich beim Besitzer der Quelle an. Der Besitzer sucht sich jetzt Menschen, die für

ihn den Wasserverkauf und den Schutz seiner Interessen übernehmen. Diese Menschen

werden gegenüber der Masse privilegiert, geraten also in eine gehobenere Stellung. So

entstehen hierarchische Machtstrukturen.

 

Der Besitzer kann Menschen von der Benutzung einer Ressource ausschließen, dann kommt
es zu einer Unternutzung von Ressourcen. Der Besitzer kann aber auch sehr viel vom Wasser
seiner Quelle verkaufen und in Geld tauschen. Dann kommt es zum Raubbau und zu einer
Übernutzung von Ressourcen.

 

Nun liegt die Quelle auf dem Gebiet eines Stammes. Die Quelle ist nun eine besondere Form
des Gemeingutes, der Allmende (eng. commons). Eine Gruppe von Menschen besitzt die
Ressource Quelle und entscheidet gemeinsam über die Nutzung und Verteilung. Menschen
müssen sich nun absprechen und untereinander Regeln aushandeln, wie die Quelle genutzt
wird. Die Besitzer einer Ressource sind gleichzeitig die Nutzer und die Entscheider über
die Nutzungsregeln. Das schafft die stabilsten Ressourcennutzungsbedingungen, da es kaum
zu einer Über- oder Unternutzung von Ressourcen kommt und der Lebensraum dauerhaft
erhalten bleibt.