Rivale und nicht rivale Güter (Abschnitt 7.2.)

Eine Wasserquelle ist ein rivales Gut. Gibt eine Quelle zu wenig Wasser, müssen Menschen
um das Gut Wasser konkurrieren oder rivalisieren.

 

Die Nutzung einer realen endlich vorhandenen Ressource kann Rivalitäten schaffen. Nun
gibt es jemand, der weiß, wie man Wasser findet und neue Quellen erschließt. Hat das
Wissen kein anderer, kann der Wissensbesitzer eine Gegenleistung für die Wissensnutzung
verlangen.

 

In einem Dorf ist eine Quelle. Die Quelle ist im Privatbesitz und jeder muss für die Nutzung
bezahlen. Da Wasser lebensnotwendig ist, gibt es einen Zwang zur Nutzung und zur
Bezahlung des Quellenbesitzers.

 

Nun kommt jemand ins Dorf und sagt, dass er das Wissen hat, wie man Wasserquellen
schafft. Im Dorf schließen sich alle zusammen, die keine Quelle besitzen, sammeln Geld
und lassen eine Quelle errichten.

 

Hätte man im Dorf das Wissen über die Schaffung von Wasserquellen, könnte man sich
auch selbst eine Quelle schaffen. So muss man dafür bezahlen.

 

Wissen ist ein nicht rivales Gut. Wenn Wissen geteilt wird, vermehrt sich das Wissen.

 

In privatwirtschaftlich organisierten Systemen wird Wissen zum Privatgut erklärt. Die
privaten Nutzer von Wissen entscheiden darüber, wer das privat geschützte Wissen nutzen
darf. So kann es zum Nutzungsverboten von Wissen durch private Interessengruppen oder
Wissensbesitzern kommen.

 

Stellen wir uns nun vor, der Besitzer der einzigen Quelle im Dorf kauft das Nutzungsrecht,
das Wissen, das Patent an der Schaffung neuer Quellen, und hindert somit die anderen
daran, sich von ihm durch den Bau einer eigenen Quelle unabhängig zu machen. Durch
seinen Privatbesitz bekommt er die Mittel dazu.

 

Menschen brauchen Ressourcen zum leben. Nutzen sie Technologie, können sie sich schneller
und effizienter die zum leben notwendigen Ressourcen anschaffen. Ist Wissen frei für
jeden verfügbar und nutzbar, kann eine schnellere Technologieverbreitung zu einer schnel-
leren Lebenssituationsverbesserung von Menschen führen.

 

Doch in einem privatwirtschaftlich organisierten System, sind diejenigen, die Wissen produzieren
gezwungen, ihr Wissen zu verkaufen, da der Bäcker und die Zahnärztin dem
Wissensproduzenten eine Rechnung schreiben. Der Wissensproduzent muss auch von etwas
leben, wenn er kein Erwerbseinkommen z.B. an irgendeiner Uni hat.

 

Wissen, Patente, Erfindungen können die Lebenssituation von Menschen verbessern. In
einem privatwirtschaftlich organisiertem System kann jedoch die Wissensverbreitung durch
das private Nutzungsrecht und die erzwungene Bezahlhürde stark eingeschränkt sein.