Theoretische Entwicklung einer stabilen Gesellschaft Teil 2 (Kapitel 7)

Stabilität bekommt man also nur, wenn man den Ressourcenverbrauch auf ein nachhaltiges
und Lebensraum verträgliches Maß senkt, bei einem Erhalt des dem zivilisatorischen
Entwicklungsstand entsprechenden Lebensstandards.

 

Das kann man nur durch eine funktionierende Ressourcenteilung realisieren. Die ist aber
nur in einer kooperativen arbeitsteiligen Gruppe oder einem Stamm von relativ gleichgestellten
Individuen, wo sich die Mitglieder persönlich kennen, funktionstüchtig organisierbar.

 

 

In unserer theoretischen Gesellschaft wird man also in überschaubaren kooperativen Gruppen
leben. Der Gruppe gehören die wichtigsten Ressourcen, der Boden, die Häuser, Maschinen
usw. Der Einzelne besitzt dagegen wenig, hat aber relatives Nutzungsrecht am
Gruppenbesitz. Damit gibt es eine Abkopplung vom Nutzungsrecht an einer Ressourcen
und dem Eigentumsrecht. Diese Form der Ressourcenbewirtschaftung nennt man Allmende.



Entscheidungen werden im Allmenderat getroffen, in den Menschen aus der Gruppe gewählt
werden. Damit sind die Entscheidungswege kurz und effizient. Es entstehen keine Eliten mehr.


Braucht eine solche Gesellschaft Geld oder irgendein anderes Tauschmittel? Nein, das hatten
die Stammesgesellschaften ja auch nicht und haben trotzdem Jahrtausende existiert.
Diese Gesellschaft hat also auch kein Geld, da Menschen, die sich kennen, in ihrer Gruppe
mit den anderen geldlos kooperieren werden.


Die Gruppe produziert die meisten Ressourcen, die jeder in der Gruppe zum leben braucht
selbst und tauscht spezialisierte Produkte und Leistungen, die die Gruppe nicht produziert,
von anderen Gruppen.


Da es sich hier nicht um eine Jäger und Sammler Stammesgesellschaft handelt, entwickelt
und benutzt man die besten Technologien. Wissen (nicht rivale Güter) ist in dieser Gesellschaft
nicht schützbar und nicht patentierbar. Dadurch wird starkes qualitatives Wachstumspotenzial
freigesetzt, was den Ressourcenverbrauch und die notwendige Arbeit weiter senkt. Menschen

müssen in dieser Gesellschaft also immer weniger notwendige Arbeit leisten, bei stetig

steigender Lebensqualität.

Betrachtet man die Ressourcennutzung, ergibt sich diese eben skizzierte Gesellschaft als
einzig in einer Technologiegesellschaft dauerhaft stabiles Lebensmodell.