Der persönliche Eigennutz

Menschen handeln meistens eigennützig. Wer meint, nicht eigennützig zu handeln, überweist
bitte sein gesamtes Geld auf mein Konto!

 

Das wird aber niemand tun, weil Geld eine Ressource ist, mit der Menschen einen evolutionären
Vorteil haben. Das Überleben zwingt Menschen und alle anderen Lebewesen
eigennützig zu handeln.

 

Wer viel gibt, hat am Ende selbst nichts mehr, kann nichts mehr machen und wird von
anderen abhängig. Wer viel besitzt, hat anderen viel weggenommen, kann bestimmen, seine
Interessen durchsetzen und bekommt Aufmerksamkeit.

 

Die Maximierung des persönlichen Eigennutzes geschieht also aus den evolutionären Zwängen
zu überleben. Wie stark Menschen eigennützig handeln, hängt vom jeweiligen Umfeld
ab bzw. von den Möglichkeiten, der jeweiligen Gesellschaft. In den kapitalistischen Systemen
gibt es eine starke Konkurrenz zwischen den Menschen. Die Maximierung des persönlichen
Eigennutzes ist groß. In den ehemaligen sozialistischen Gesellschaften wurden Menschen zu
gesellschaftlichen Wesen erzogen, das Streben nach Eigennutz war geringer. In den

Stammesgesellschaften mussten Menschen mit anderen Menschen ihres Stammes

kooperieren. Konkurrenz gab es hier eher zwischen den Stämmen.

 

Menschen machen meistens Menschen für ihr Handeln persönlich verantwortlich. Doch
wenn in einem bestimmten Umfeld bestimmte Bedingungen bestehen, wird es immer Menschen
geben, die diese Bedingungen für sich ausnutzen.

 

So ist die Finanzkrise 2008 nicht deswegen entstanden, weil es gierige Bänker gab, sondern
weil die Politik den Kapitalmarkt auf Druck der Bankenlobby dereguliert hat. So gab
es eben Menschen, die nur das gemacht haben, was die meisten anderen Menschen auch
machen: für sich selbst die beste Lösung finden!