Allgemeines

Leider findet kaum eine objektive Diskussion über die verschiedenen Gesellschaftssysteme
und Formen des menschlichen Zusammenlebens statt.

 

Bestimmte Formen des menschlichen Zusammenlebens scheinen für Menschen etwas sehr
persönliches zu sein. Menschen favorisieren bestimmte Systeme, die die sie gewohnt sind,
die die Werte vertreten, die ihnen anerzogen wurden, die in denen sie sich wohl fühlen oder
die von denen sie sich die meisten Vorteile versprechen. Die Anderen werden dann meistens
abgelehnt.

 

Gesellschaftssysteme unterscheiden sich nach der Art der Ressourcennutzung. Es gibt Privatgut,
Staatsgut und Gemeingut. Aus der Art der Ressourcennutzung entstehen bestimmte
Macht-, Herrschafts-, Besitz- und Verteilungsstrukturen.

 

In den antiken Gesellschaften, den mittelalterlichen Feudalstaaten und den kapitalistischen
Systemen ist die privatwirtschaftliche Ressourcennutzung vorherrschend. Hierbei entstehen
starke lokale effiziente Strukturen. Die effizientesten wachsen exponentiell und vereinnahmen
immer mehr von den Schwächeren, bis zur völligen Monopolisierung von Besitz und
Macht. Es entstehen Eliten. Das Privatgut ist das stärkste Gut, dominiert alle anderen
und ist nicht stabil, da exponentielle Wachstumsprozesse in einem endlichen Raum immer
abbrechen müssen.

 

In den sozialistischen Systemen wurden die Nutzungsrechte an den wichtigsten Ressourcen
in Staatsbesitz überführt, damit die Erträge allen Menschen zukommen sollten. Staatsbesitz
erzeugt lange Hierarchieketten, die Fehlentscheidungen und damit Fehlentwicklungen
bewirken können. Es führt auch zu einer Demotivation derjenigen, die die Befehle von
„oben“ ausführen müssen. Es entstehen Eliten. Das Staatsgut ist schwächer als das Privatgut
und ist ebenfalls nicht stabil.

 

Die gemeinschaftlich wirtschaftenden Stammesgesellschaften waren und sind eine Form der
Gemeingüter (Allmende, commons), da die Ressourcen dem Stamm gehören und jeder im
Stamm ein relatives Nutzungsrecht am gemeinschaftlichen Stammesbesitz hat. Stammesgesellschaften
können sehr stabil sein, da sie dezentral organisiert sind (Form des Anarchismus),
es dezentrale lokale Entscheidungsprozesse gibt, es bei ihnen keine exponentiellen
Wachstumsprozesse gibt, sie ihren Lebensraum nicht verbrauchen und keine Eliten entstehen.