Gemeingüter, Allmende, Commons (Abschnitt 5.8.)

Im Gegensatz zum Privatgut, wo meistens nur eine Person nutzungs- und verfügungsberechtigt
ist, steht das Gemeingut einem größeren Personenkreis zur Nutzung offen. Es gibt
Gemeingüter, die für alle Menschen uneingeschränkt verfügbar und nutzbar sind. Die unkontrollierte
und uneingeschränkte Nutzung führt aber oft zu Raubbau an der für alle frei
verfügbaren Ressource.

 

Eine besondere Form der Gemeingüter ist die Allmende (eng. commons). Hierbei besitzt
eine Gruppe von Menschen eine Ressource und bewirtschaftet sie gemeinsam.

 

Die amerikanische Professorin Elinor Ostrom hat untersucht, welche Regeln für eine Allmende
gelten müssen, damit sie funktioniert, das heißt, es nicht zum Raubbau kommt. Sie
kam zu dem Ergebnis, dass eine Allmendewirtschaft anderen Wirtschaftsformen, wie Privatnutzung
oder staatlich kontrollierte Nutzung im Bezug auf Ökologie und Nachhaltigkeit
überlegen ist und in allen Kulturen funktioniert.

 

Übergibt man das Nutzungs- und Bewirtschaftungsrecht einer Gruppe von Menschen, muss
es klare Regeln geben, um Übernutzung und Raubbau zu verhindern. Der Personenkreis
für die Nutzung und Verwaltung muss klar definiert sein, die Personen müssen eine gewisse
Autonomie und Eigenverantwortlichkeit gegenüber übergeordneten Instanzen haben, Regelverstöße
müssen sanktionierbar sein und es muss klare Nutzungs- und Verteilungsregeln
geben.

 

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