Ressourcenwirtschaft Teil 2

Wie ist das Gesellschaftsmodell der Violetten zu beurteilen? Man muss zunächst leider
feststellen, dass das Thema Gemeingüter in der Öffentlichkeit kaum diskutiert wird. So ist
es wohl auch mit dem Konzept der Violetten. Eigentlich ist diese Art des Wirtschaftens
nicht wirklich neu, da es im Wesentlichen dem Wirtschaften von gemeinschaftlich wirtschaftenden
Stammesgesellschaften entspricht. Die grundlegenden Gedanken sind auch im
Buch in den Abschnitten 7.6., 7.7. und 8.3. beschrieben. Ressourcenwirtschaft, also wirtschaften
für den Bedarf und nicht für den Markt (Marktwirtschaft) ist die ursprünglichste
Form des Wirtschaftens.

 

Auf zwei Punkte soll hier noch hingewiesen werden. Gesellschaft braucht eine klare Struktur,
damit sie dauerhaft funktioniert. Bei den Violetten soll die Gesellschaft aus Gemeingütern
(Commons) bestehen, die größer und kleiner sind und ineinander übergehen. Die
Gesellschaft hat scheinbar keine klare Struktur und auch keine klare Verwaltungsstruktur.
Die Frage ist dabei, ob die ausreichende Produktion und Verteilung von notwendigen
Ressourcen so funktionstüchtig organisiert werden kann. Dieses Problem scheint mir die
gesamte Commonsdiskussion zu haben.

 

Siehe zum Beispiel hier:

 

https://commonsblog.wordpress.com/

 

oder auch dort:

 

http://www.oya-online.de/article/read/503-essenz_der_demokratie_die_commonie.html

 

Ich halte eine Gesellschaft aus Commons nur dann funktionstüchtig organisierbar, wenn
Menschen ausreichend große kooperative Gruppen bilden:

 


Und wenn es eine klare Verwaltungsstruktur in den Gruppen gibt:



Und so könnte eine Allmende intern organisiert sein. Dabei sind speziellen Ideologien,

Spiritualität, bestimmte Lebensweisen (z.B. Naturismus), sexuellen Neigungen,

Kleidungsnormen oder religiöse Strömungen Privatsache und zweitrangig. Primär geht es

darum, die Ressourcen, die jeder zum leben braucht, mit höchster Effizienz und bestem

Technologieeinsatz so ökologisch wie möglich in Kooperation zu erwirtschaften.



Ein zweites Problem ist die Einführbarkeit. Wie soll man es durchsetzen? Das Problem

einen realistischen Weg der Umwandlung in ein neues alternatives Gesellschaftssystem zu
benennen, hat fast jedes alternative Gesellschaftskonzept, so auch dass der Violetten. Es
wird meistens davon ausgegangen, dass die Verhältnisse in einem Land als Ganzes geändert
werden. Doch in jeder Gesellschaft gibt es immer unterschiedliche Strömungen. Warum soll
sich z.B. ausgerechnet die Denkrichtung der Violetten durchsetzen und nicht Gradido oder
der Plan-B der Wissensmanufaktur oder irgendetwas anderes?

 

Das ist eines der entscheidensten Probleme.

 

Wie könnte man das Gesellschaftsmodell der Violetten realistischerweise umsetzten?
Da dieses Modell von Allmenden, also kooperativen Gruppen ausgeht, ist es möglich lokal
eine ausreichend große funktionierende Allmende zu gründen.

 

1) Man erarbeitet ein realistisches Konzept.
2) Man sucht Menschen, die es umsetzen wollen, dass heißt Menschen, die in solch einer
Allmende leben, arbeiten und ihre Ressourcen einbringen wollen.
3) Das Ziel heißt, mit hoher Effizienz und bestem Technologieeinsatz die wichtigsten Ressourcen,
die jeder zum Leben braucht, in Kooperation zu erwirtschaften. Ideologie ist dabei
zweitrangig!
4) Ist der Lebensstandart in einer Allmende höher als außerhalb, werden andere Menschen
auch in solchen Allmende wohnen wollen.
5) Es werden weitere Allmenden gegründet, die dann ihrerseits miteinander kooperieren,
eine neue Gesellschaft bilden und das alte System irgendwann evolutionär ersetzen.

 

Es hängt also alles davon ab, wie attraktiv das Leben in einer Allmende gestaltet wird. Ist
es attraktiv, setzt es sich evolutionär durch, ist es nicht attraktiv genug, wird sich vielleicht
ein anderes Modell durchsetzen. Im Abschnitt 8.3. wird ein realistischer Weg beschrieben,
wie man sich in eine auf Allmenden (Commons) basierte Gesellschaft evolutionär entwickeln
könnte.

 

http://die-violetten.de/
http://www.hh-violette.de/