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Kommentare: 2
  • #1

    Holger Roloff (Mittwoch, 26 August 2015 23:04)

    Interessante Seite! Endlich werden mal Alternativen angesprochen, beleuchtet und diskutiert. Vielen Dank!!!

    1. Hinweis: ...zum Kommunismus: wenn es kein Geld mehr gibt, sind die Produkte keine "Waren" mehr, sondern nur noch "Sachgüter / Wirtschaftsgüter". Dieser Unterschied ist wichtig.

    2. Ergänzung: eine Alternative fehlt noch, für die bereits ein Konzept vorliegt und die die Common-Idee und das BGE konsequent weiter denkt - die Ressourcenwirtschaft.

    Dort gibt es wie oben angemerkt keine Waren mehr, sondern freie und sachbezogene Güter. Alle Probleme und ihre Lösung werden nicht mehr indirekt über die Geldvermehrung gesteuert, sondern direkt bearbeitet und gelöst. Dadurch werden die Widersprüche des Kapitals (vgl. Karl Marx, Robert Kurz u.a.) systematisch aufgehoben. Da das der Idee des Kommunismus ähnelt aber nicht über eine Revolution, sondern durch eine Transformation des Wertesystem (konkreter Wert anstatt abstrakt wie im Kapitalismus / Sozialismus) wird dafür oft auch der Begriff Communismus (als mit "C" geschrieben) verwendet. "RESSOURCENWIRTSCHAFT anstatt MARKTWIRTSCHAFT" trifft es aber vielleicht am besten, weil am aussagekräftigsten der unterschied zwischen warenförmig und nichtwarenförmig ins Bewusstsein kommt.

    Das Grundkonzept wird hier dargestellt - kann aber auch dort aufgrund der Kürze nur angerissen werden:
    http://www.hh-violette.de/wp-content/uploads/2013/11/Wirtschaftsvision_Die-Violetten_Okt.2013.pdf

    Das gute daran - es steht langfristig voll im Einklang mit dem Manifest gegen die Arbeit:
    http://www.hh-violette.de/wp-content/uploads/2011/10/Manifest-gegen-die-Abeit.pdf

    ...d.h. abstrakte Arbeit kann und soll ersetzt durch konkrete Tätigkeiten. Nur so kann Geld überflüssig werden. Dann verschwinden auch alle damit verbundenen Probleme. Alle gedanklichen Ableger von Silvio Gesell (auch der Gradido, das Breitenbandmodell usw.) beziehen sich hingegen noch positiv auf die Warenform und sind somit bestenfalls Zwischenlösungen innerhalb der Widersprüche des Kapitals.

    Mit freundlichen Grüssen aus Hamburg
    Holger Roloff

  • #2

    Roland Dames (Donnerstag, 27 August 2015 11:53)

    Hallo Holger Roloff

    Danke für die Hinweise. Ist ist leider so, dass eine ergebnisoffene breite
    Diskussion über gesellschaftliche Alternativen kaum stattfindet. Menschen
    favorisieren meistens bestimmte Systeme, organisieren sich dann
    in Kreisen und diskutieren und vertreten dann nur ihre persönliche
    Sicht. Auf diesen Seiten habe ich versucht, die wesentlichen Zusammenhänge
    darzustellen. In meinem Buch ist vieles genauer beschrieben.

    Kommunismus ist eine fiktive kooperative Gesellschaft ohne Geld bei
    der alles allen gehört. Es gibt kein Beispiel für eine solche Gesellschaft,
    und ich halte es auch nicht für wahrscheinlich, dass eine solche Gesellschaft
    funktionieren wird.

    Organisiert man es aber in Gruppen, dann wissen wir dass es funktioniert
    und Menschen geldlos kooperieren werden. Es ist das Modell
    des Stammes. Aus der Sicht der Ressourcenbewirtschaftung ist es die
    Allmendewirtschaft oder eng. commons.

    Beim Konzept der Violetten fehlt mir eine klare Beschreibung der gesellschaftlichen
    Struktur. Die kann man nicht offen lassen. Es gibt eine
    gesetzmäßige Tendenz zur Konzentration von Macht und Besitz, die
    man auf jeden Fall verhindern muss, wenn man eine stabile Gesellschaft
    haben möchte. Darum die Organisation in kooperativen Gruppen
    (Polis-Allmende Gesellschaft), mit einer gesetzlich beschränkten
    Allmendengröße.

    Wenn Menschen sich zu einer überschaubaren Gruppe zugehörig fühlen,
    werden sie auch geldlos kooperieren und sich füreinander einsetzten.
    Dass haben sie fast immer so gemacht. Und sie werden ihren Lebensraum
    nachhaltig bewirtschaften und die zum Leben notwendigen
    Ressourcen in der Gruppe bzw. in Kooperation mit anderen Gruppen
    erwirtschaften.

    Nach meinem derzeitigen Erkenntnisstand ist daher das Stammesmodel
    dass einzige Lebensmodell, dass ein dauerhaftes Überleben einer
    intelligenten Spezies in einem begrenzten Lebensraum gewährleistet.

    Und genau darum geht es ja! Erhalt des Lebensraumes!

    Das gemeinschaftlich wirtschaftende Stammesmodell, bei dem der An-
    führer gewählt wird, müsste in die Technologiegesellschaft entwickelt
    werden.

    Ein weiteres Problem, dass viele alternative Gesellschaftskonzepte nicht
    wirklich lösen, ist das Problem der Einführbarkeit. Wie setzt man es
    durch? Bei der Polis-Allmende Gesellschaft braucht man im Gegensatz
    zu den meisten anderen Konzepten das alte System nicht zu bekämpfen.
    Man gründet einfach eine Allmende mit ausreichender Größe im
    bestehenden System und wenn die Lebensqualität in einem solchen Objekt
    höher ist als außerhalb, werden andere Menschen auch in solchen
    Objekten wohnen wollen. Dann werden weitere Objekte gegründet, die
    dann eine neue Gesellschaft bilden und dass alte System evolutionär
    ersetzen. Und nur in dieser gesellschaftlichen Struktur kann dann auch
    vieles, was bei den Violetten und anderen gefordert wird, realisiert werden.

    Nach meinem derzeitigen Erkenntnisstand, dürfte dass das Einzige sein,
    was wirklich realistisch und auch sofort umsetzbar ist, um die völlige
    Zerstörung unseres irdischen Lebensraums zu stoppen und sich in eine
    dauerhaft stabile Gesellschaft zu entwickeln.

    Die Ökodörfer machen es ja schon. Nur haben die meistens kein Massen
    taugliches Lebensmodell (zu einseitiges Konzept, zu hohe Zugangshürden
    von interessierten Menschen, Ablehnung von Technologienutzung,
    zu religiös oder spirituell ausgerichtet, kein Lebensmodell, dass den Anspruch
    eines neuen Gesellschaftsmodells hat, zu stark auf sich bezogen).
    Aus der Sicht des Lebens und Wirtschaftens in kooperativen Gruppen
    scheint Tamera (http://tamera.org/de/) am weitesten zu sein.

    Viele Grüße
    Roland Dames